|
Hinterhermsdorf: Rutschbahn nach Holzfällerart
|
|
|
Fototermine können etwas sehr Kurzweiliges an sich haben. Diesen hier genießt Nationalpark-Ranger Frank Strohbach jedenfalls sichtlich und in vollen Zügen. Breitbeinig wie ein Schotte bei den Highland-Games steht der hagere Mann mit einem Baumstamm vor der Brust an der neugebauten Rutsche im Hinterhermsdorfer Erlebnisareal „Waldhusche“. Dann schickt er den Stamm wie einen Rennschlitten talwärts in die 70 Meter lange Rinne. „Das macht immer wieder Spaß“, sagt Strohbach – ein vergnügtes Grinsen im Gesicht.
Die neue Rutsche – „Husche“ genannt – ist eine originalgetreue Nachbildung eines schlichten aber höchst effizienten Transportsystems zum Überwinden von Gefällestrecken, wie es die Holzfäller früher im Wald benutzten. Und sie ist die neueste Attraktion des Erlebnis-Areals – etwas flacher, aber zehn Meter länger als ihre Vorgängerin, die von den Nationalpark-Leuten inzwischen demontiert wurde . Winter zum Bauen genutzt Im Herbst und Winter hat sich in der Waldhusche einiges getan. Neue Wegweiser und Info-Pulttafeln geleiten die Besucher durchs Gelände. Die Themenwege und Stationen sind frisch markiert. Am Zugang Buchenparkhalle steckt Prospektmaterial in einem Spender. „Wir haben kistenweise Flyer gedruckt“, sagt Strohbach. Seit vorigem Frühjahr wurden rund 70000 Euro in den Ausbau des Areals investiert. Die Attraktion aber ist die neue Husche. Die erste hatte der Forst vor zehn Jahren noch selbst gebaut. Waldarbeiter mühten sich ein halbes Jahr lang mit Montageanleitungen aus Urgroßvaters Zeiten ab. Regie führte Matthias Böttger, heute Chef der Nationalparkwacht. „Das war alles ziemlich kompliziert“, erinnert er sich. Allein schon die Auswahl passender Fichtenstämme: Alle mussten vom ungefähr gleichen Durchmesser sein. Dann die Konstruktion: Böttger hatte ein Waldbaubuch aus den 1860er-Jahren ausgegraben – darin war eine Bauanleitung. „An die Strategie mussten wir uns aber rantasten“, erzählt er. Manches ging schief. Eigenhändig baute Böttger ein 15 Meter langes Modell, um behördenintern für die Idee zu werben. Erst als die Planungen fürs Erlebnisareal beschlossene Sache waren, kam das 60 Meter lange Original an die Reihe. Der Hinterhermsdorfer Revierleiter Matthias Protze hatte es im Vorjahr einfacher. Die neue Husche wurde bei einer Firma aus Schmölln in Auftrag gegeben, die das Gerät im November/Dezember 2009 innerhalb von drei Wochen an den Hang stellte. Kostenpunkt: 12000 Euro. Bevor die Rutsche demnächst bei Führungen in Betrieb genommen werden kann, sind an ihrem Auslauf noch ein paar letzte Handgriffe zu erledigen. Auch eine Sicherheits-Sperre werde noch eingebaut, sagt Protze. Über 50 Erlebnis-Stationen Derweil warten schon wieder neue Pläne auf ihre Vollendung. Mitte bis Ende Mai soll ein neues Spielgerät das Erlebnisareal bereichern. Die Stahl- und Anlagenbau Hinterhermsdorf GmbH fertigt für die Waldhusche ein künstliches Tunnelsystem – einen „Fuchsbau“. Protze wird immer mehr vom Förster zum Parcours-Manager. Die Betreuung des 66 Hektar großen Areals mit seinen über 50 Erlebnis-Stationen nehme mindestens ein Drittel seiner Zeit in Anspruch, sagt er – und die Zeit seiner sechs Waldarbeiter. Aber man spürt, dass Protze auch heimlich stolz auf das Geschaffene ist. Er greift sich einen Stamm, schickt ihn in die Husche – und lächelt. Kurz darauf fährt das Holz 70 Meter weiter unten zur Freude von Protze und Strohbach mit viel Getöse zur Rinne hinaus. www.hinterhermsdorf.de/waldhusche www.nationalpark-saechsische-schweiz.de Quelle: SZ |
|
|
|
|
andreas
Areals
arto
Attraktion
bahratal
benzinpreis
benzinpreise
Böttger
Erlebnis
Erlebnisareal
heidenau
heimatverein
Hinterhermsdorf
Hinterhermsdorfer
hrensko
Husche
Jahren
landkreis
lkssoe
Matthias
meschke
Meter
Nationalpark
obdachlosenheim
osterzgebirge
Osterzgebirge
Petrovice
petrovice
Pirna
pirna
polizeibericht
Protze
Revierleiter
Rinne
Rutsche
Schweiz
schweiz
Stamm
Stationen
Strohbach
sächsische
Sächsische
tanken
tankstelle
tschechien
veranstaltungen
Waldarbeiter
Waldhusche
waldschratbaude
Winter
