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Jan Lorenz (v.l.), Wolfgang Rücker und Andreas Bartsch trommeln private Sponsoren zusammen, um die Sanierung der Wilkebrücke zu finanzieren. Die Stadt Wehlen kann das aus dem Haushaltsbudget nicht stemmen. Foto: Heike Wendt
Die Wilkeaussicht ist so etwas wie ein Wahrzeichen für Wehlen. „Der Blick von hier oben über die Elbe und die Berge ist einer der schönsten“, sagt Steinmetzmeister Jan Lorenz. Doch wenige Meter weiter wird der Abstieg in den Ort zur Holperpiste. Dass Waldwege nicht asphaltiert sind, wundert keinen Wanderer. Doch die Brücke am Wasserfall des Wilkebachs ist seit Jahren marode.
Bricht sie eines Tages ein, wird es gefährlich. Mehrere Versuche der Stadt Wehlen, die verrostete Konstruktion zu ersetzen, schlugen mangels Finanzen fehl. Lediglich ein Stützpfosten konnte eingebaut werden. „Wir hatten auf eine Förderung durch Leader plus und später durch das Ile-Programm gehofft“, sagt Bürgermeister Klaus Tittel (CDU). Doch in beiden Fällen bekam die Stadt eine Absage. Begründung: Weil Wehlen den Status „Staatlich anerkannter Erholungsort“ hat, passe das Vorhaben nicht in die Förderrichtlinie. Rund 10000 Euro Gesamtkosten sind für die Sanierung angesetzt. Selbst bezahlen kann das chronisch klamme Elbestädtchen den Brückenbau nicht. Zurzeit benötigt Wehlen jeden Cent für andere Baustellen.
Damit will sich Jan Lorenz vom Miniaturpark „Kleine Sächsische Schweiz“ in Dorf Wehlen nicht zufrieden geben. Denn der Wanderweg führt direkt über die Wilkebrücke und wird ständig genutzt. Auch der Steinbruchpfad schließt die Bachüberquerung ein. „Es muss doch möglich sein, private Sponsoren zu finden“, sagte sich der Steinmetz. Gemeinsam mit Wolfgang Rücker aus Struppen, der für die Miniaturanlage sozusagen „Haus- und Hofschlossermeister“ ist, inspizierte er das desolate Bauwerk. Mit Eigenleistungen und zu einem Freundschaftspreis könne man die Brücke für rund 3000 Euro erneuern, schätzt der Schlossermeister. Eine Konstruktion mit verzinkten Gitterrosten soll es sein, einschließlich Geländer mit Knieleiste. Die Widerlager aus Sandstein will der Steinmetz selber erneuern.
Spenden reichen noch nicht
Der Plan von der privaten Finanzierung treibt Lorenz weiter um. Doch nach dem Winter herrscht bei den touristischen Anbietern Ebbe in der Kasse. Kein Grund für Jan Lorenz, von seinem Vorhaben abzuweichen.
Innerhalb einer Woche hat er weitere potenzielle Spender gewonnen. Gastronomen aus dem Umfeld unterstützen die Initiative des 29-Jährigen. Das „Haus Wehlen“, die Pension „Zur alten Säge“ und der Gasthof „Zur Eiche“ haben bereits Spendenbereitschaft signalisiert. Auch die „Kleine Sächsische Schweiz“ und Steinbruchführer Andreas Bartsch werden sich beteiligen. Aus dem privaten Portemonnaie legt Steinmetz Jan Lorenz 250 Euro dazu. „Damit ist schon die Hälfte der Kosten abgesichert“, sagt er. Für den verbleibenden Betrag hofft er auf weitere Sponsoren.
Für die Stadt Wehlen ist die Sponsorenaktion ein Glücksfall. „Selber hätten wir das Geld nicht aufbringen können“, sagt der Bürgermeister. Deshalb sei er froh, dass sich Privatleute engagieren. Bürokratische Hürden seien nicht zu befürchten. „Die erforderlichen Genehmigungen, die schon für die Fördermittelanträge eingeholt wurden, sind noch aktuell“, bestätigt Klaus Tittel.
Kontakt: Jan Lorenz, 035024/70631, Stadt Wehlen: 035024/70413
Quelle: SZ
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