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Noch habe ich zwar keinen bestimmten Berufswunsch, aber hier auf der Messe schaffe ich mir einen ersten Überblick über die möglichen technischen Berufe. Gut finde ich, dass man hier für uns als Schüler spezielle Angebote vorbereitet hat, bei denen wir die einzelnen Berufsgruppen spielerisch kennenlernen können. Auch die Tests, bei denen man seine Fähigkeiten ausprobieren kann, finde ich ganz prima. Josefine Müller (15), Mittelschule Stolpen
Der Unterricht einiger Neuntklässler der Mittelschule Stolpen sowie von Elftklässlern der Gymnasien in Sebnitz und Pirna wurde am vergangenen Montag auf die Hannover-Messe verlegt. Dabei hatten die Schüler Gelegenheit, sich bei den rund 6000 Ausstellern über technische Berufe zu informieren.
Organisiert wurde die Fahrt von Diplom-Ingenieur Ullrich Hering, Geschäftsführer der Firma OFC Sicherheitssysteme GmbH in Stolpen. Dass die Fahrt nach Hannover mit einem Bus der Müller-Busreisen bereits 3.30 Uhr in Stolpen startete, störte die wenigsten der 19Stolpener und vier Sebnitzer Schüler. Auch die in Pirna zugestiegenen Gymnasiasten waren schon putzmunter. Gefördert durch ein deutsches Wirtschaftsunternehmen und die Wirtschaftsinitiative Sächsische Schweiz (Win), welche die Kosten des Bustransfers trägt, unterstützte auch der Verein Deutscher Ingenieure die Bildungsreise.
Während sich die zukünftigen Abiturienten vor Ort auf den Schwerpunkt Energietechnik konzentrieren, liegt das Interesse der Mittelschüler im Bereich der Werkstofftechnik.
Industrie fehlt der Nachwuchs
Denn der Nachwuchs wird gebraucht. „Es fehlen in Europa in den nächsten Jahren rund 700000Forscherinnen und Forscher, darunter viele Ingenieure“, erklärt Ullrich Hering. So ist die Hannover-Messe für Schüler der ideale Ort, um sich umfassend zu informieren. Sie ist zudem mit ihren zwölf internationalen Leitmessen die größte Technologieschau der Welt, fügt Hering an.
Um sich im Hannoveraner Messe-Dschungel zurecht zu finden, schlossen sich die Schüler nach der staufreien Anreise gemeinsam der Initiative TectoYou an, welche von der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik unterstützt wird. Deren Ziel ist es, den Schülern berufliche Chancen und Möglichkeiten in modernen Industrieunternehmen zu zeigen und sie mit potenziellen Ausbildern und Arbeitgebern in Kontakt zu bringen. Dazu führten die Schüler zwei sogenannte TectoYou-Guides über das Messegelände.
In drei Pavillons mit speziell auf die jugendlichen Zielgruppen zugeschnittenen Angeboten konnte nicht nur geschaut sondern kräftig mit angefasst werden. So erfuhren die Schüler in einem Spiel, wie das Eis an den Stil kommt. Andere Aufgaben waren das richtige Verbinden von Steckern, um eine Ampel zum Leuchten zu bringen. Für den 16-jährigen Timo Anders gehörten die Mitmach-Angebote zu den Höhepunkten seines Messebesuches. „Erst wenn man selbst experimentieren kann, begreift man die technischen Abläufe“, erzählt der Stolpener Schüler. „Und dass man an fast jedem Stand noch ein Geschenk bekommt, ist auch cool“, fügt er fröhlich hinzu.
Ausgestattet mit Broschüren, gesponserten Taschen und Sonnenhüten machten sich die Schüler am späten Nachmittag wieder auf den Weg in die sächsische Heimat. Spätestens jetzt hatte auch der letzte Schüler festgestellt, dass Technik keinesfalls langweilig sein muss und ihnen die Industrie vielseitige Berufsperspektiven bietet.
Von Matthias Haßpacher
Quelle: SZ
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