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Botanische Sammlungen begeistern mit Azaleenschau
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Zwei Besucherinnen bewundern die Blütenpracht der 5. Azaleenschau im Landschloss Zuschendorf. Rund 360 Sorten der prächtig blühenden Pflanzen bewahren die Botanischen Sammlungen im Landschloss. Ein Hingucker ist das Damenkränzchen im großen Saal. Die historisch gewandeten Frauen (Bildmitte) sind nicht echt, dafür aber der Sherry in ihren Gläsern, versichert Matthias Riedel, Chef der Botanischen Sammlungen. Foto: Marko Förster Die Gunst der Blütenliebhaber hat sie längst an Kamelie und Hortensie verloren, sie ist als „Omablume“ verschrien und weitgehend von den Fensterbänken der Wohnungen verschwunden – die Azalee. „Verstehen kann ich das überhaupt nicht“, sagt Matthias Riedel. Er schnappt sich eine Azaleen- und eine Kamelienblüte und hält sie aneinander. Neben der intensiv leuchtenden Azalee nimmt man die Kamelie plötzlich fast nicht mehr wahr. „Deshalb stellen wir sie auch niemals zusammen aus“, schmunzelt der Chef der Botanischen Sammlungen Pirna-Zuschendorf.
Dass die Azalee zurzeit aus der Mode gekommen ist, ist Riedel egal. Als Bewahrer ihrer Sortenvielfalt plant er langfristig und weiß, früher oder später werden die Besucher zur Azaleenschau genauso zahlreich ins Landschloss strömen wie zur Kamelienschau. International sei der aus den Gebirgstälern Südchinas stammende Felsenstrauch jedenfalls schon wieder im Kommen, sinniert Riedel, auf eine Gruppe Israelis wartend. Und das trotz des Namens der zu den Rhododendren gehörenden Pflanze. Übersetzt man das Wort „azaleos“ aus dem Griechischen, erhält man die deutschen Worte „hart“ und „dürr“. Gemeint, sagt Riedel, sei das Blatt der Pflanze, nicht die Blüte. Diese ist von unglaublicher Leuchtkraft. Rosa, rot, weiß und violett verzaubern Zehntausende Azaleenblüten zurzeit die Räume im Landschloss. Die Zuschendorfer Sammlung – neben der im Rhododendron-Park Bremen die größte und bedeutendste Europas – ist inzwischen auf 360 Sorten angewachsen und illustriert fast 200 Jahre Azaleen-Züchtungsgeschichte. Neben einer frühen englischen Sorte von 1818 – eine der ältesten Züchtungen in Europa überhaupt – sind plüschig-rosa blühende Büsche aus den 1930er-Jahren, aber auch sehr junge Züchtungen zu sehen. Die Sammlung basiert auf dem Sortiment der Königlichen Hofgärtnerei Pillnitz, die in ihren besten Zeiten rund 300 Sorten kultivierte. In den barocken Festräumen des Landschlosses Zuschendorf werden die Pflanzen noch bis zum 2. Mai präsentiert. Geöffnet ist heute von 10 bis 16 Uhr, Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und am Sonnabend und Sonntag noch einmal von 10 bis 17 Uhr. Von Christian Eißner
Quelle: SZ |
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