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Bad Schandau: Tai Chi im Bad Schandauer Kurpark
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Zum zwölften World Tai Chi & Qi Gong-Day (WTCQD), der am Sonnabend in rund 60 Ländern der Erde begangen wurde, konnten sich Gäste auch im Bad Schandauer Kurpark über die traditionellen chinesischen Bewegungskünste informieren. Der 1997 vom Amerikaner Bill Douglas gegründete WTCQD wird mittlerweile in mehr als 65 Ländern begangen und soll Taijiquan und Qigong in der Öffentlichkeit bekannter machen und die gesundheitlichen Aspekte dieser Künste betonen.
In den Kurpark eingeladen hatte der Krippener Thomas Richter. Der 33-Jährige ist Lehrer bei der Xian Wushu Sport Association und lehrt als Taijiquan-Lehrer selbst seit einigen Jahren in Bad Schandau, Pirna oder Dresden die chinesischen Bewegungskünste. Der Einladung folgte auch Namensvetter Andreas Richter. Seit sieben Jahren betreibt der Erfurter das sogenannte Yiquan. Mit diesen „Gesundheitsübungen der Inneren Kampfkunst“ konnte der 33-Jährige dann auch einige der Anwesenden zu gemeinsamen Übungen animieren. Zu ihnen gehörte Birgit Lange aus Bautzen. Die 47-Jährige hatte von ihrer Freundin von der Bad Schandauer Aktion gehört und sich daraufhin kurzerhand auf den Weg gemacht. „Ich hatte mich schon im letzten Jahr bei einem Wochenseminar an der Nordsee mit dem Qigong beschäftigt“, erzählt sie. „Und weil ich dabei mein körperliches Wohlbefinden und meine innere Gelassenheit wiedergefunden habe, wollte ich hier heute unbedingt dabei sein. In diesen traditionellen chinesischen Übungen habe ich zudem meinen Ausgleich zu meinem oft stressigen Bürojob gefunden“, sagt Birgit Lange. Kurze Zeit später steht sie mit geschlossenen Augen und scheinbar völlig entspannt auf der Wiese vor dem Brunnen und lässt sich von Andreas Richter in die nächste Übung einweisen. Nicht alle Zuschauer finden diese öffentliche Aktion im Kurpark gut. „Ich kann mir bessere Möglichkeiten für meine Entspannung vorstellen, als mir hier von einem sogenannten Meister Dinge einreden zu lassen“, erklärt ein älterer Kurgast der Kirnitzschtalklinik. Auch mit den Energien, die durch die Körper der Anwesenden fließen sollen, kann der Mann nichts anfangen. Thomas Richter weist jede Form von Religionsvermittlung oder Beeinflussung seiner Schüler weit von sich. „Was wir hier anbieten, hat nichts mit Fanatismus oder Ähnlichem zu tun.“ Die chinesischen Bewegungs- und Gesundheitskünste dienen dem Wohlbefinden, ist Richter um Aufklärung bemüht. „Wir aktivieren unser Chi, also die Lebensenergie“, versucht Thomas Richter noch einmal zu erklären. Inzwischen lädt Andreas Richter die anwesenden 20 Interessierten zu neuen Übungen ein. Dabei werden sanfte, fließende und ununterbrochene Bewegungen mit dem ganzen Körper ausgeführt. Mit geschlossenen Augen folgen die Schüler ihrem Meister und lassen sich von ihm immer wieder neue Hilfestellungen geben. „Es gibt nichts schöneres als Entspannung“, sagt Andreas Richter mit ruhigem Ton und erhält zustimmendes Nicken. Auch in den Pausen erlebten die Gäste chinesische Traditionen. So wurde die chinesische Teezeremonie mit feinstem Grünen und Weißen Tee aus biologischem Anbau und mit entsprechendem Zubehör vorgestellt. Auch ein Bad Schandauer China-Imbiss konnte sich über den World Tai Chi & Qi Gong-Day freuen. Bei ihm orderte der Veranstalter chinesische Spezialitäten, die gemeinsam im Kurpark verspeist wurden. Von Matthias Haßpacher
Quelle: SZ |
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