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Autodieb nur zwei Monate nach der Tat vor Gericht
 
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Ende der Verfolgung auf der Autobahn 17 Anfang Februar: Von hier flüchtete der Dieb des VW Passat zu Fuß – weit kam er nicht. Foto: Brennpunktfoto

Nur zwei Monate nach seiner spektakulären Verhaftung wurde nun ein 27-jähriger Autodieb am Amtsgericht Dresden verurteilt. Der Tscheche Karel H. hatte am 4. Februar im Elbepark einen VW Passat gestohlen. Als er dort mittags vom Parkplatz fuhr, war er sogar noch dem Halter des Autos begegnet. Der 34-jährige Thüringer sah seinen Wagen Richtung Autobahn verschwinden und rief sofort die Polizei – nur deshalb war es gelungen, H. nach einer Verfolgung auf der A17 in der Nähe von Heidenau zu stellen. Zuletzt flüchtete H. zu Fuß über ein verschneites Feld, doch die Beamten waren schneller.

Der Prozess gegen Karel H. begann mit einer kleinen Überraschung. Der Angeklagte sagte, er habe es eigentlich gar nicht nötig, in Deutschland ein Auto zu stehlen. Er ist in einer Fensterfirma angestellt, hat dort eine leitende Position, auch zu Hause sei alles in Ordnung. Für gewöhnlich sind die Notlagen von Dieben drückend – verpfuschtes Leben, Drogenprobleme.

H. hatte seine Tat gut vorbereitet. So hatte er sich eigens Spezialwerkzeug für den Diebstahl im Internet bestellt. Dann habe er sich von einem Bekannten namens „Martin“ nach Dresden fahren lassen. Den Passat, den er mit dem Werkzeug geöffnet und gestartet habe, wollte er am Stück verkaufen oder filetiert in Einzelteilen verwerten. Nun, nach zwei Monaten in U-Haft, bereue er seine Tat zutiefst.

In Deutschland wurde der Mann aus Teplice noch nicht verurteilt, wohl aber vor Jahren in Tschechien – wegen Betruges und Pkw-Diebstahls. In Bautzen wurde gegen H. jedoch schon ermittelt. Ihm war angeblich ein VW-Transporter, den er ausgeliehen hatte, gestohlen worden – bloß ein Zufall?

Amtsrichter Frank Ponsold verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die er für drei Jahre zur Bewährung aussetzte, und 900 Euro Geldauflage. Karel H. hat das Gericht als freier Mann verlassen.

Quelle: SZ

 
Montag, 12. April 2010 11:57 442
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