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Königstein hat auch 2010 ehrgeizige Ziele
Das Festungsparkhaus steht, der Stadtplatz ist fertig, an der Bielatalstraße gibt es einen neuen Parkplatz, die Papierfabrik hat investiert, Sachsens Ministerpräsident kam zu Besuch – die Ereignisse des letzten Jahres haben es Königsteins Bürgermeister Frieder Haase (parteilos) bei seiner gestrigen Neujahrsansprache leicht gemacht, Bilanz zu ziehen.
Rund 70 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem lokalen Vereinsleben waren der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang – wie immer von Stadt und Gewerbeverein gemeinsam ausgerichtet – in die Königsteiner Turnhalle gefolgt. Besonders die Erweiterung der Papierfabrik würdigte Haase als „wichtigstes Ereignis überhaupt“ im vergangenen Jahr. An der Festung seien mit dem neuen Parkhaus frühere Stellplatzprobleme beseitigt worden. Und auch kulturell habe Königstein im Jahr 2009 einiges zu bieten gehabt.
Fette Zeiten sind vorbei
Ob und wann sich für Haase die nächste Gelegenheit für eine solche Erfolgs-Aufzählung bietet, kann momentan niemand sagen. Die Folgen der Wirtschaftskrise und der demografischen Entwicklung drücken auf die kommunalen Haushalte, in absehbarer Zeit laufen wichtige Förderprogramme aus, kleinere Kommunen geraten zunehmend in finanzielle Bedrängnis. Auch an Königstein gehen diese Entwicklungen nicht vorbei – „sie treffen uns alle“, sagte Haase in seiner Botschaft an die Gäste.
Bevor die Finanzfalle zuschnappt, will Königstein aber noch einiges an Investitionen stemmen: Die Stadt habe auch für 2010 „ehrgeizige Ziele“, so der Bürgermeister. Eines davon ist die Sanierung des Pfaffendorfer Sportplatzes – ein Vorhaben, für welches die Stadtverwaltung von der Sächsischen Aufbaubank jetzt zumindest schon mal eine Eingangsbestätigung bekommen hat, wie Haase gestern verkündete. Die Ziele des Stadtentwicklungskonzepts sollen weiterverfolgt werden. Dazu gehört auch die Realisierung eines Deutsch-Tschechischen Begegnungszentrums im Königsteiner Zentrum.
Auch in punkto Innenstadtbelebung scheint eine Diskussion in Gang zu kommen. Mit feiner Klinge persifliert wurde sie beim Neujahrsempfang schon mal vom Pfaffendorfer Künstler Jochem Knie, der in Gestalt Augusts des Starken erschien und seinen umstrittenen Vorschlag für eine monumentale Kopfbüste des sächsischen Kurfürsten auf dem Stadtplatz verteidigte. Für die kulturelle Umrahmung sorgten des Weiteren die Musiker „Sense of Tact“ mit Keyboard und Gesang. Grußworte sprachen der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, der Landtagsabgeordnete Jens Michel und Thorsten Ried vom Bund der Selbstständigen.
Von Hartmut Landgraf
Quelle: SZ
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