|
Pirna (dk21)
Am heutigen 6. August 2009 öffnete Oberbürgermeister Markus Ulbig die historische Kassette der Turmkugel im Jagdschloss Graupa. In der Kassette befanden sich:
- Zeitungsausschnitte vom April 1982
- ein Beschluss der Volksvertretung Graupa vom 28.01.1982 über die Generalinstandsetzung des Jagdschlosses für 60000 Mark
- ein Schreiben des Rates der Gemeinde Graupa über die Rekonstruktion im Jahre 1982 in Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Todestag Richard Wagners
- dreißig Mark in Münzen
- sowie Fotos und weitere Dokumente.
Die Turmkugel wurde im Zuge der Sanierung des Schlosses abmontiert und aufgearbeitet. Sobald die Dacharbeiten abgeschlossen sind, wird sie – bestückt mit einer neuen Kassette – wieder montiert. Die Stadtverwaltung prüft in den nächsten Tagen, welche neuen Dokumente die historischen ergänzen können. Die Schlosssanierung ist Teil der Gesamtprojektes Richard-Wagner-Stätten Graupa (Gesamtkosten: rund 5,5 Millionen Euro (Lohengrinhaus: 735.000 Euro, Schloss: 4,3 Millionen Euro Bau und 400.000 Euro Ausstattung)). Der erste Teil des Vorhabens war die Sanierung des Lohengrinhauses und der Umbau zur Richard-Wagner-Gedenkstätte. Diese Etappe erfolgte von 2006 bis 2007 und wurde mit Fördermitteln von rund 400.000 Euro unterstützt. Im Mai 2009 wurde das Haus mit einer neuen Dauerausstellung eröffnet. Der zweite Teil, der Ausbau des Jagschlosses zum Richard-Wagner-Museum, begann im Herbst 2008. Dank des Konjunkturpaketes II gehen die Arbeiten zügig voran. Die Bundesregierung unterstützt die Bauarbeiten mit rund 1,05 Millionen Euro. Aufgestockt um einen städtischen Eigenanteil von rund 250.000 Euro kann mit dieser Summe das Hauptgebäude des Schlosses bis Ende 2010 weitgehend saniert werden. Inzwischen sind die Dacharbeiten am Schloss fast abgeschlossen. Die Abbrucharbeiten für den Veranstaltungssaal im ersten Obergeschoss sind beendet. In den nächsten Wochen wird der Seitenflügel abgerissen. Bis zum Winter stehen die Trockenlegung des Hauptgebäudes, die Erneuerung der Fenster und die Fassadensicherung und -gestaltung an. Dank der Förderzusage aus dem Kulturraum Elbtal-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Höhe von knapp 290.000 Euro wird bis Jahresende auch das Treppenhaus mit Aufzug an das Hauptgebäude angebaut, so dass das Museum barrierefrei zugänglich ist. 2010 erfolgt dann der Innenausbau. Für die Ausstattung sind rund 400.000 Euro nötig. Dafür werden derzeit Fördermittel beantragt. Ziel ist, das Museum 2011 im Hauptgebäude zu eröffnen. Damit sind weitere Bausteine des Gesamtvorhabens umgesetzt. Dennoch besteht nach wie vor eine Finanzlücke von insgesamt mindestens 1,5 Millionen Euro. Diese Summe kann die Stadt Pirna nicht alleine aufbringen. Sie ist aber dringend nötig für den dritten Teil des Projektes:
- Neubau des Seitenflügels für Garderobe, Sanitäranlagen, Bibliothek und Büroräume
- Neubau der östlichen Remise für Nebenräume, Sitz des Ortschaftsamtes und Toiletten für den Festplatz
- Sanierung der westlichen Remise für museumspädagogische Projekte
- Gestaltung der Freianlagen (Schlosshofgestaltung, Schaffung von Parkplätzen, Bau einer Zufahrt zum Festplatz, Sanierung der Schlossterrasse und des Schlossteiches).
OB Ulbig hat sich deshalb mit einem Brief an das sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium gewandt, welches sich bisher schon für die Richard-Wagner-Stätten eingesetzt hat: „Bis 2013 brauchen wir eine weitere gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Freistaat und Kommune, um den 200. Geburtstag Richard Wagners in Graupa angemessen begehen zu können! Der überregionalen Bedeutung des Projektes stehen nach Abschluss der Arbeiten am ehemaligen Jagdschloss im Jahr 2010 keine weiteren Finanzmittel gegenüber. Es müsste nunmehr dringend und parallel zum Schlossumbau mit der Vorbereitung und Umsetzung der dritten Etappe begonnen werden. Ich bitte Sie hiermit, Ihre Möglichkeiten zur weiteren finanziellen Unterstützung der Richard-Wagner-Stätten eingehend zu prüfen. Die Stadt Pirna und der Kulturraum Elbtal-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge brauchen diese Hilfe.“
Broschüre „Wege zu Richard Wagner“
Autor: Sabine Schlechtiger, Pressesprecherin
Quelle: pirna-aktuell.de
|